Ganzheitlich Sein

Wellness benennt eine Sehnsucht, die weitaus mehr ist als der Hang zu Genuss und Entspannung.

Ganz oben auf dem Wunschzettel vieler Stressgeplagter steht: Ein schönes Wellnesswochenende! Zum entspannen, wohlfühlen, wieder zu sich finden, sich einfach verwöhnen lassen.

Was aber bedeutet der Begriff "Wellness" genau? Alles begann im Jahr 1959, als der amerikanische Sozialmediziner Halbert L. Dunn in verschiedenen Publikationen einen neuen Begriff verwendete, den er aus den beiden englischen Wörtern „wellbeing“ und „fitness“ kombinierte – womit er einen robusten Gesundheitszustand, der gegen Infektionskrankheiten schützte, meinte.

Das war die Geburtsstunde des Wellness-Begriffs, der jedoch von Anfang an mehr beinhaltete. Hier ging es immer auch um Gefühle, um Erlösungs- und Zuwendungssehnsüchte. Während Fitness etwas von Formierung an sich hat, passte Wellness zur hedonistischen Individualkultur, wie sie in den 90iger Jahren in den neuen Mittelschichten voll erblühte. Nicht der durchgestählte Body rückte ins Zentrum der Sehnsucht, sondern ein selbstbestimmter sehr weiblicher Begriff der Balance, des „Ganzheitlichseins“.

So nahm das Körper- und Seelenheil seinen Lauf. Wellness ist der Modebegriff der Jahrtausendwende, der sich der Zeit angepasst und weiterentwickelt hat und heute mehr und mehr inhaltlich zu Selfness wird.

Damit ist gemeint: ein stabiles Selbstwertgefühl, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper, die Fähigkeit zu Freundschaft und sozialen Beziehungen, Freude an der Bewegung aber auch Freude am Genuss.

Ein Wellness-Wochenende ist nicht viel und vielleicht auch zu wenig um „Selfness“ in seiner Ganzheit zu verinnerlichen. Aber es ist ein Anfang. ICH stelle mich selbst in den Mittelpunkt, lasse mich fallen, verwöhnen, salben, massieren, baden. Ich verbringe Zeit mit Freunden aber auch mit mir selbst, werde wie eine/ein Königin/König behandelt.

Unbekannt